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[Automaatisk auerdraanj]

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fest, syelde, wfrs. breid, fest, schild. Während a.-f.-s. iaufhelg.
ü zurückgeht, ist der Laut im Ndfrs. mit dem e für germ. e (s. oben 1)
zusammengefallen. Das Gleiche gilt für

10) den i-Umlaut von 6, vgl. z. B. ndfrs. seke, seike suchen,
gren, gren' grün, svet' süss, während a.-f.-h.-s. der i-Umlaut des 6
mit keinem andern Laut zusammengefallen ist: a.-f. s'ük, s. s'uk,
a.-f.-h. gren, a.-f.-h.-s. svet. Vgl. wang. seik, yrein, sveit, sat.
seke, gren, svet, wfrs. sijkje, grien, sviet.

11) Das A.-F.-H.-S. kennt die westsächs. Diphthongierung nach
Palatalen, welche dem Ndfrs. fremd ist. S. § 9,6.

B) Das A.-F. teilt mit dem Helg. folgende Eigentümlich-
keiten, abweichend vom Sildr., in teilweiser Übereinstimmung mit dem
Nordfriesischen :

1) Germ, u ist sildr. als u erhalten, a.-f. und h. zu o geworden.
Z. B. s. jub jung, a.-f.-h. Job; s. tu» Zunge, a.-f.-h. t ob. Im nörd-
lichen Nordfriesland sagt man jub, tu», im südlichem Job, toB. Vgl.
wang. tuB, sat. tiue, wfrs. tonge. __

2) Germ, iu ist im Auslaut a.-f. und h. zu ei (aosdr. sei), s. aber
zu i geworden. Z. B. a.-f.-h. nei (aosdr. nsei) neu, s. ni; a.-f.-h.
sei (aosdr. siei) nähen, s. si. Ebenso z. B. a.-f.-h. sbei (aosdr.
sbäii) speien, s. spi. Ndfrs. heisst es nei, seie, speie. Vgl. wang.
ni, si, spi, sat. ne, se, spe, wfrs. ny, spie. Ebenso ist

3) Germ, iy a.-f.-h. und ndfrs. zu ei, s. zu i geworden. Z. B.
a.-f.-h. 1 ei liegen (aosdr. 1 sei), ndfrs. lei, leie (neben lede, lade aus
westgerm. ligg-), s. li. Ost- und westfrs. nur lidz, lezze, lizze aus
afrs. lidzia aus westgerm. liggian.

4) Germ, ay und ey sind a.-f.-h. zu äi (wehsdr. äi, öi, aosdr.
äoi) geworden, s. zu ei. Z. B. a. und h. mäi mag, s. mei; a. näisel
Nagel, h. näiel, s. neil; a. und h. väi Weg, s. vei. Im Ndfrs. steht
ei: mei, neil (nejel), vei. Vgl. wang. mi, nil, vi, sat. mej, nejl,
vai, wfrs. mey, neylle, wey.

5) Anlautendes v vor ü schwindet sildr., ist aber a.-f. und h.
erhalten. Z. B. a.-f. vurd Wort, h. vur, s. ürd. Aber vor u bleibt
v auch sildr., z. B. s. vuk weich, a.-f.-h. vok. Im Ndfrs. schwindet
v in der Widingharde, Bökingharde und Karrharde auch vor u, also
nicht nur urd, ürd, sondern auch uk, ük = südlicherm vox. Dem
Ost- und Westfrs. ist dieser Lautwandel unbekannt.

6) Germ, nd, ld ist sildr. als no, IS erhalten, während es a.-f.
und h. zu n', n, 1', 1 geworden ist. Z. B. s. sün& gesund, a.-f.
sün', h. sün; s. hün^Hund, a.-f. hün', h. hün; s. lön& Land, a.-f.-h.
lun; s. vilS wollte, a.-f.-h. vul; s. jilS Geld, a.-f.-h. jil. Ndfrs.
überall n und 1, ebenso wang., aber sat. nd, ld, wfrs. n, aber ld.

C) Das A.-F. teilt mit dem Nordfrs. folgende Eigentümlich-
keiten, abweichend vom Helg.-Sildr. :

1) Germ, i in geschlossner Silbe ist h.-s. zu e, a.-f. zu a (aosdr. sb)
geworden (vgl. § 15, 4), ndfrs. nördlich zu e, südlich zu a. Z. B.
h.-s. skep Schiff, a.-f. sgap, (aosdr. sgaep), ndfrs. skep, skap, §ap;