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Detdiar sidj as noch ei efterluket wurden.


[Automaatisk auerdraanj]

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a. bliu bleiben = f. bliv; a. tu höu zur Kirche, zum Gottesdienst
= f. tuhßv; a. salaeÖ selbst = w.salev, aosdr. sselev.

6) Anir._ä entspricht wehsdr. ä, ö, aosdr. äo. Beispiele: a._däi
Tag = w. dä,i, döi, aosdr. däoi; a. mäyi_machen = w. mäyi,
möyi, aosdr. mäoyi; a. hä (ich) habe = w. hä, hö, aosdr. häo.

7) Amr. ö entspricht f. 6. Beispiele: a. höd Kopf = f. höd;
a. föman Mädchen = f . foman; a. bröxt brachte = f. broxt.

8) Amr. und wehsdr. äu entspricht aosdr. äev. Beispiele: a.-w.
tau zwei = aosdr. tiev; a.-w. släu schlagen = aosdr. sliev; a.-w.
trau treu = aosdr. triev.

9) Amr. und wehsdr. ei entspricht aosdr. äei. Beispiele: a.-w.
nei neu = aosdr. näei; a.-w. sei nähen = aosdr. sä?i; a.-w. drei drehen
= aosdr. drsei.

10) Das Kennzeichen des Wehsdr. ist das Lautgesetz (Palatal-
umlaut) ik aus iek, iy aus iey. Beispiele: a. iseki, aosdr. ieki
Eiche, Eichenholz = w. iki; a. krisek, aosdr. kriek Krähe = w.
krik; a. liaey, aosdr. liey niedrig = w. liy.

11) Nur amr. sind noch die reduplizierten Praeterita erhalten,
während sie föhr. in die schwache Flexion übergetreten sind: a. sest
säte, krest krähte, trest drehte (von Halmen gebraucht), blest blies,
rust ruderte*) = f. set, kret, tret, ruid. Das Verbaladjektiv ist amr.
und wehsdr. noch stark, f. aber schwach: a.-w. sen, kren, tren,
blen, a. run = aosdr. set, kret, tret, aber wehsdr. wie aosdr. ruid.

12) Aosdr. ist die Übertragung des Stammvokals des starken
Verbaladjektivs bei den Zeitwörtern zweiter und dritter Klasse auf
das Praeteritum. Beispiele: a. sgöd, w. sgod schoss = aosdr. sgöd
nach a.-f. sgödn geschossen; a. söb, w. söb soff = aosdr. söb nach
a.-w. s8bm, aosdr. sßben gesoffen; a. sbröB, w. sbron sprang =
aosdr. sbrün nach a. sbrünsen, f. sbrünen gesprungen; a. sdöraeö
w. sdorev = aosdr. sdürev nach a. sdürvsen, f. sdürven gestorben.

IV. Alt- und neu-amringiseh-föhringiseh.

§ 15. Innerhalb der a.-f. Sprachgeschichte sind zeitlich zwei
Hauptabschnitte zu scheiden, ein ältrer: altamringisch-föhringisch
(aa.-f.) und ein neuerer: neuamringisch-föhringisch (na.-f.). Diese
Scheidung ist aus praktischen Gründen geboten. Die Hauptmerkmale
des Jüngern Zeitraums sind die Kürzung von i, ü und ü in geschlossner
Silbe, die Dehnung und teilweise Diphthongierung der Vokale in offner
Silbe und das Stimmhaftwerden von k, t, p nach langem Vokal zu y, d, b;

  • ) Die Entstehung dieser altertümlichen Formen ist von dem Praeteritum

von „säen" ausgegangen. Got. safsö entspräche lautgesetzlich a. *ses; das t ist
von den schwachen Zeitwörtern eingeführt worden. Nach dem Muster s e : sest
bildete man zu kr e ein krest, zu ru ein rust. Nach se: sest wurde auch
zu sge „geschehn" ein sgest gebildet, f. sget.